FAQ

 

Wieso braucht es diese Studie?

Im Herbst 2019 startet das «Modellprojekt Mobile Palliativdienste MPD» mit finanzieller Unterstützung durch den Kanton Bern. Ziel ist es herauszufinden, inwiefern bei der Betreuung von schwerkranken Menschen zuhause oder im Pflegeheim ein gutes Zusammenspiel zwischen Hausärztinnen und Hausärzten, SPITEX-Fachpersonen und Fachpersonen der spezialisierten Palliative Care – eben diesen mobilen Palliativdiensten – Vorteile bringt: Vorteile für die betroffenen Patientinnen und Patienten und ihre Angehörigen, für Hausärztinnen und Hausärzte aber auch für die SPITEX und die regionalen Netzwerke unter Einschluss der Spitäler. Und nicht zuletzt geht es natürlich um die Frage der Kosten: ob mit diesem Netzwerk die Betroffenen nicht nur besser, sondern auch kostengünstiger versorgt werden. Die PROAKTIV Studie begleitet dieses Modellprojekt wissenschaftlich.

Worum geht es in der Studie?
  • Es geht in dieser randomisierten Studie darum herauszufinden, ob ein intensiv strukturiertes Vorgehen bei Menschen mit fortgeschrittenen Leiden und einer Lebenserwartung von wenigen Monaten besser ist in Bezug auf das Sicherheitsgefühl der Patientinnen und Patienten und ihrer Angehörigen im Vergleich zum herkömmlichen Vorgehen.
  • Es geht um Versorgungsforschung, d.h. auch um Fragen der Organisation und dabei besonders um die Koordination der involvierten Fachpersonen.
  • Es geht um die beste Art des Miteinander im regionalen Netzwerk – von ambulant zu stationär und bis in die Langzeit.

Letztendlich geht es darum, die vielen Sorgen in Bezug auf das Lebensende zu reduzieren:

  • Die Angst der Patientinnen und Pateinten vermindern, die Belastung für Angehörige im Erträglichen halten, ein Hin und Her zwischen Institutionen zu verhindern.
  • Es geht darum, gut vorbereitet zu sein für stürmische Zeiten – und diese Vorbereitung zu starten, wenn noch kein Sturm herrscht.
Wer kann alles an der Studie teilnehmen?

Alle Hausarztpraxen des Kantons Bern können an der Studie teilnehmen. Wir bitten sowohl die Hausärztinnen und Hausärzte als auch die SPITEX darum, geeignete Patientinnen und Patienten zu identifizieren und diese der Studienkoordination zu melden. Gerne können Sie dazu auch Unterstützt der Studienkoordination erhalten.

Wer finanziert die Studie?

Die Studie wird durch den Schweizerische Nationalfond SNF finanziert. PROAKTIV ist ein Forschungsprojekt im Rahmen des NFP 74 «smarter health care».

Wer leitet die Studie?

Die Studie wird vom Universitären Zentrum für Palliative Care der Universität Bern, dem Berner Institut für Hausarztmedizin BIHAM und dem Institut für Sozial- und Präventivmedizin ISPM geleitet.

Folgende Personen stehen dahinter:

  • Prof. Dr. Eychmüller, Ärztlicher Leiter Universitäres Zentrum für Palliative Care, Inselspital
  • Prof. Dr. Matthias Egger, Head of Research Group ISMP
  • Prof. Dr. Sven Streit, Leiter Nachwuchs & Vernetzung Hausärzte, BIHAM
Wie ist der Ablauf der Studie und mit welchem Aufwand ist zu rechnen?

Dem Zufallsprinzip folgend, wird bei Interesse zur Teilnahme an der Studie die Hausarztpraxis randomisiert in entweder ein systematisch strukturiertes Vorgehen der Betreuung der Patientinnen und Patienten oder in ein Vorgehen entsprechend der bisherigen Betreuung. Die Hausärztin oder der Hausarzt füllt zu Beginn der Studie sowie am Ende einen Fragebogen aus. Die Patientinnen und Patienten und nach Möglichkeit ihre Bezugsperson erhalten zu Beginn der Studie und schliesslich alle zwei Monate Fragebogen zum Ausfüllen.

Wieviel Zeit nimmt die Studie für mich in Anspruch?

Für die Studie brauchen wir gesamthaft 144 Patientinnen und Patienten. Wenn pro Praxis zwischen 3 – 4 Patientinnen und Patienten rekrutiert werden, sollte die Studie innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden können. Wir schätzen den Aufwand für die Hausärzteschaft zum Ausfüllen der Fragebogen auf jeweils ca 10 Minuten.

Welche Vorteile habe ich bei einer Teilnahme an der Studie?
  • Mitarbeit an der wissenschaftlichen Evaluation des kantonalen Modellprojekts MPD
  • Mitarbeit an der Definition eines pragmatischen Vorgehens beim MPD für die Zukunft
  • 150 Franken Aufwandentschädigung pro inkludierten Patientinnen und Patienten
  • Möglichkeit zur kostenlosen Teilnahme an einem Basiskurs Palliativmedizin nach Abschluss der Studie
Verdiene ich Geld, wenn ich an der Studie teilnehme?

Pro eingeschlossenem Patienten können wir 150 CHF vergüten. Wenn Sie Interesse haben, erhalten Sie im Anschluss an die Studie den Besuch eines Basiskurses in Palliativmedizin geschenkt.